Monatsarchive: Mai 2020

‚Dem Druck standhalten‘ (1 Kor 12,1-13)

Ein paar Anmerkungen für die Zeit vor Pfingsten[1]  1 Kor 12,1-13 1 Auch über die Gaben des Geistes möchte ich euch nicht in Unkenntnis lassen, meine Brüder und Schwestern. 2 Als ihr noch Heiden wart, zog es euch, wie ihr wisst, mit unwiderstehlicher Gewalt zu den stummen Götzen. 3 Darum erkläre ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, …

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7. Sonntag der Osterzeit: Texte und Auslegung

Erste Lesung: Apg 1,12-14  Hinführung: Nach Jesu ‚Himmelfahrt‘ kehren die Jüngerinnen und Jünger vom Ölberg „nach Jerusalem zurück“ (V. 12). Sie sollen sich ja nicht von Jerusalem trennen – nach der neuen Einheitsübersetzung: „Geht nicht weg von Jerusalem …!“ (1,4) Hier verharrten alle „einmütig im Gebet“ (1,14). Ihre Einmütigkeit gewinnen sie im Hören auf Israels Gott, den sie gemäß der …

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„…hört diese Worte“ (Apg 2,22-28)

Apg 2,22-28 22 Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – 23 ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. …

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Christi Himmelfahrt

Erste Lesung: Hinführung: Durch die Lesungen der Gottesdienste in der Osterzeit ziehen sich wie ein roter Faden Texte aus der Apostelgeschichte. Von der Dramatisierung dessen, was sie erzählt, ist auch das Kirchenjahr bestimmt. Es sind vierzig Tage bis zur Himmelfahrt und noch einmal zehn Tage bis Pfingsten. Inhaltlich geht es darum, sich darauf zu besinnen, was die Botschaft von der …

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‚Zurück in die Zukunft’ der kapitalistischen Normalität – Stellungnahme des Ökumenischen Netzes zu ‚Lockerungen’ in der Pandemie

Koblenz, 19.05.2020. Die Diskussionen um Lockerungen und der politische Aktionismus im Rahmen der Diskussionen um Corona nehmen gefährliche und irrationale Züge an. Das Ökumenische Netz kritisiert in seiner Stellungnahme die von Wirtschaft und Teilen der Politik geforderten und durchgesetzten ‚Lockerungen‘ sowie die mit irrationalen Verschwörungsfantasien einhergehenden Demonstrationen, die in diesen Wochen regelmäßig deutschlandweit stattfinden. Die Kritiker aus dem politisch liberalen …

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Zur Diskussion um Corona

Seit unserem ersten Text zu Corona in der Krise des Kapitalismus haben sich manche der  geäußerten Befürchtungen bereits bestätigt. Die Diskussion ist weitergegangen. Darin treten neue Facetten in den Vordergrund. Zu einigen davon drängen sich die folgenden Anmerkungen auf: Bundestagspräsident Schäuble warnt in der Debatte um Corona davor, dem „Schutz von Leben“ absoluten Vorrang vor anderen Gütern einzuräumen[1]. Aus einem …

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„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6)

Ein kleiner Nachtrag zum Evangelium vom 5. Ostersonntag Über diesen Satz bin ich noch einmal gestolpert, weil er in der christlichen Theologie mit einem christologischen Exklusivitätsanspruch verbunden war/ist. So heißt es etwa in dem Kommentar von Udo Schnelle: „Der Evangelist bindet das Verständnis Gottes exklusiv an die Person Jesu; wer Gott ist, kann nur an Jesus abgelesen werden. Damit formuliert …

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Auslegung zum Evangelium des 6. Sonntags der Osterzeit

Joh 14,15-21 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei …

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„Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“ (Apg 2,14-21)

Apg 2,14-21 14 Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! 15 Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Tag; 16 sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten …

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Vom Zerfall des ‚autonomen Subjekts‘

Unter der Überschrift „Virus überfordert die Menschen. Das Unwissen und die Komplexität der Verbote befördern Verschwörungsphantasien“ war im ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ vom 8.5.2020 zu lesen: „Ein lauer Abend an einem deutschen Kleinstadt-Bahnhof. Ein paar junge Männer begrüßen sich, erst angedeutet mit dem Ellenbogen, dann grinsen sie breit, klatschen sich ab und umarmen sich. Männlichkeitsrituale als Widerstandsgeste. Dann lästern sie über den …

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