„Volle Konzentration auf Wachstum“. So fasste Bundeskanzler Friedrich Merz laut Rhein-Zeitung vom 27.8.2026 die Ergebnisse der Klausur des Bundeskabinetts auf Schloss Neuhardenberg bei Berlin zusammen. Wenige Tage zuvor, hatte er angesichts der verheerenden Brände in Belgien und im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald festgestellt: „Das ist der Klimawandel“, auf den wir uns einstellen müssten. Mit der immer gleichen Forderung nach mehr Wachstum zeigt der Bundeskanzler, dass ihm der Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung nicht bewusst oder aber gleichgültig ist. Wer mitten in der Klimakrise bedingungsloses Wachstum proklamiert, hat sich unreflektiert dem Götzen unserer Zeit unterworfen, dessen Hintergrund der Wachstumszwang des Kapitals ist. Schon in der Bibel heißt es über die Götzendiener (Jesaja 44): „Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht, denn ihre Augen sind verklebt, dass sie nicht sehen, (und) ihre Herzen, dass sie nicht verstehen.“ Wer oder was öffnet dem Bundeskanzler und seiner Mannschaft die Augen und die Herzen?
Günther Salz
unveröffentlichter Leserbrief zum Rhein-Zeitungs-Bericht „Volle Kraft auf Wachstum“ vom 27.8.2026
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