Nach 22 Jahren beendet der AK processus confessionis in der Ev. Kirche im Rheinland seine Tätigkeit. In ihm hatten sich Vertreter*innen verschiedener ökumenischer Gruppen und Einrichtungen zusammengefunden, um den 1997 vom Reformierten Weltbund ausgerufenen processus confessionis auch im Rheinland voranzubringen. Es ging und geht um die Frage, ob und inwiefern gegen die kapitalistische Weltordnung mit ihrer sozial-ökonomischen Ungerechtigkeit und ökologischen Zerstörung ein kirchlicher Bekenntnisakt erforderlich ist.
Um diesen Prozess des Erkennens und Bekennens mitzugestalten, hat der AK processus confessionis insgesamt 11 Tagungen in Essen, Bonn, Neuwied und Koblenz durchgeführt – zu Beginn auch im Verbund mit dem Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen (MÖWe).
Die Themenpalette war weit gefächert: Sie ging von ökologischer Zerstörungswut, Finanzkrisen und Weltordnungskriegen, über Rohstoffextravismus und die Krise der Arbeit, bis hin zu Hunger und Rassismus. Dabei stand immer die Verbindung all der Themen mit dem Fetischismus des Kapitalismus im Vordergrund, der weit mehr ist als einfach nur eine profitorientierte „Wirtschaft, die tötet“ (Papst Franziskus). Die alles bestimmende und durchdringende Gesellschaftsform des „warenproduzierenden Patriarchats“ (Roswitha Scholz) war es, die wir im Zusammenhang mit zahlreichen Phänomenen der Zerstörung deutlich zu machen versucht haben. Dabei wollten wir zugleich theologisch zur Geltung bringen, dass diese vergötzten globalen Herrschaftsverhältnisse im Widerspruch zum befreienden Gott und seinem Messias stehen und nur ihre Überwindung das Leben des Globus und der Menschheit retten kann.
Teils aufgrund personeller Engpässe in den immer älter werdenden ökumenischen Gruppierungen im Rheinland, teils auch aufgrund einer Prioritätensetzung, die Missstände im Kapitalismus, aber nicht den Kapitalismus als umfassenden Herrschaftszusammenhang kritisiert, blieb von anfangs sieben Organisationen jetzt für eine Weiterarbeit nur noch eine übrig.
„Daß es ‚so weiter‘ geht, ist die Katastrophe“, hat Walter Benjamin als radikaler Kritiker der Moderne, sprich des Kapitalismus, konstatiert. Kapitalismuskritik verbunden mit theologischer Götzenkritik ist gegen dieses katastrophale ‚Weiter so‘ gerichtet und bleibt daher notwendig, auch wenn sie sich künftig in anderen Zusammenhängen als dem AK processus confessionis artikulieren wird.
Ein besonderer Dank sei allen ehrenamtlich und hauptberuflich Aktiven ausgesprochen, die sich in den 22 Jahren im AKpc engagiert haben. Besonders sei an die erinnert, die in den letzten Jahren verstorben sind: Erhard Dischler, Friedhelm Meyer, Uli Suppus und Achim Dührkoop.
Koblenz/Bonn, im März 2026
Dominic Kloos und Eberhard Löschcke für den den AKpc
Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar e.V. Gerechtigkeit · Frieden · Bewahrung der Schöpfung