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Unterstützung des ‚synodalen Wegs‘ unter Vorbehalt

Koblenz, 4.2.22. Das Ökumenische Netz Rhein-Mosel-Saar unterstützt durch seine Unterschrift unter einen Offenen Brief katholischer Verbände und Reformgruppen an die Teilnehmenden der 3. Synodalversammlung die Forderungen nach grundlegenden Reformen in der Katholischen Kirche. Dies erscheint notwendig, um angesichts des Versagens der Kirche vor den Opfern sexuellen Missbrauchs wichtige Reformen auf den Weg zu bringen und gegenüber konservativen Kräften aus Bischofskonferenz und Rom durchzusetzen. Dennoch kritisiert das Ökumenische Netz, dass nicht gesehen werde, dass das ‚Systemversagen‘ der Kirche gegenüber den Opfern sexuellen Missbrauchs in Kontinuität stehe zum Versagen gegenüber den Juden und anderen Opfern des Nationalsozialismus. Auch hier sei die Kirche wichtiger gewesen als die Opfer. Heute übersehe auch ein ‚liberales‘ Reformchristentum die Opfer der Herrschaft des Kapitalismus als eines Systems, „das tötet“ (Papst Franziskus). Wenn es beim ‚synodalen Weg‘ um Veränderungen kirchlicher Machtverhältnisse gehen soll, muss auch die Verstrickung der Kirche in gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse und deren Opfer zentrales Thema sein, einhergehend mit der Frage, wie die Kirche fähig werde auf die Schreie der Opfer kapitalistischer Herrschaft zu hören, die Verhältnisse zu analysieren und samaritanisch und prophetisch zu handeln. Die Stellungnahme unseres AK Theologie vom 28.01.22 begründet diese Sicht näher.