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Selbstbezüglichkeit … wie im Kapital so auch in uns selbst

Koblenz, 09.12.2020.
„An unterschiedlichen Stellungnahmen zum partiellen Lockdown fällt ihre ‚Selbstbezüglichkeit‘ auf“, so der geschäftsführende Vorstand des Ökumenischen Netzes Rhein-Mosel-Saar. In einer kommentierenden Stellungnahme hebt er hervor: Trotz eines drohenden Kontrollverlustes über die Pandemie seien viele Stellungnahmen offensichtlich nicht in der Lage, einen Bezug herzustellen zu dem, was das Virus bei den am meisten von ihm Getroffenen anrichtet – sei es bei den Kranken und Sterbenden oder bei den sie Betreuenden. Sie bleiben bei sich selbst, bei ihrer Branche, bei ihren Problemen. Die Stellungnahme macht deutlich, dass solche ‚Selbstbezüglichkeit‘ keine moralischen Schwäche, sondern Ausdruck der die kapitalistischen Krisenverhältnisse bestimmenden Logik ist. Darin gehe es um Selbstbehauptung von Standorten ebenso wie von zur Ich-AG zugerichteten Individuen im Konkurrenzkampf gegen den sozialen Abstieg.

‚Selbstbezüglichkeit‘ spiegele sich in Ratgeber- und Therapieangeboten, die das abstürzende erschöpfte Selbst wieder fit machen wollen für den Kampf um Selbstbehauptung. Und letztlich ist in all dem die Selbstbezüglichkeit des Kapitals wirksam. Es kann sich auf nichts anderes beziehen als auf sich selbst. Seinem irrationalen Selbstzweck, sich selbst um seiner selbst willen zu vermehren, ist die kapitalistische Gesellschaft unterworfen. Die Irrationalität und Zerstörungskraft der Selbstbezüglichkeit des Kapitals tritt in der sich mit Corona noch einmal zuspitzenden Krise umso drastischer hervor.

Der geschäftsführende Vorstand des Ökumenischen Netzes: Barbara Bernhof-Bentley, Herbert Böttcher und Brigitte Weber.

STELLUNGNAHME