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Barbarei und Krise – Zum inneren Zusammenhang von Neofaschismus und globaler Entwertung des Weltkapitals

Sozialforum Koblenz am 18.9., 19 Uhr (nicht 19.30h, wie fälschlicherweise in der Pressemeldung angegeben!), Café Atempause der Christuskirche (Hintereingang in von- Werth-Straße) – Referent: Daniel Späth (Redakteur der Zeitschrift exit!)

Dass der Faschismus und vor allem der Nationalsozialismus in der ersten Jahrhunderthälfte des 20. Jahrhunderts seine Entstehung und Konsolidierung einer Krise des Kapitalismus verdankte, gilt heute als Allgemeinplatz. Ob der Aufbau eines Schulbuches, das diesen Gegenstand behandelt, eine geschichtswissenschaftliche Vorlesung oder aber ein gesellschaftskritischer Vortrag – das Bewusstsein des Zusammenhangs von Krise und Faschismus scheint durchaus vorhanden zu sein.

Umso erstaunlicher ist es, dass dieser Zusammenhang in der Entstehung des Neofaschismus heute oftmals außen vorbleibt. Zwar werden gerade in Analysen der „Neuesten Rechten“ diverse Einzelkrisen eklektizistisch aneinandergereiht – von der Eurokrise über die sogenannte Flüchtlingskrise bis hin zur Krise der politischen Parteien –, ohne aber den Bezug zur fundamentalen Krise des Weltkapitals herzustellen. Insofern dient die Inflation des Krisengeredes tatsächlich eher der Verdrängung des kollabierenden Weltkapitals als dessen kritischer Analyse.

In diesem Manko drückt sich eine kategoriale Beschränkung auch der linken Gesellschaftskritik aus. Dass sie angesichts der globalen Zerfallsprozesse vor einer kategorialen Kritik der fundmentalen Krise geradezu zurückscheut, liegt an ihrer postmodernen Verbürgerlichung – dadurch hat sie sich derart identitär der Formbestimmung fetischistischer Vergesellschaftung ausgeliefert, dass sie nunmehr an der durch die kollabierenden Verhältnisse erzeugte Radikalisierung der Kritik scheitert. Demgegenüber wird der Vortrag vor allem die Verknüpfung zwischen globaler Weltkrise und Etablierung des Neofaschismus beleuchten, um zu begründen, dass es die bürgerliche Gesellschaft selbst ist, deren Ausnahmezustand die neofaschistischen Bewegungen hervortreibt.

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