Sozialforum Koblenz am 5.3. um 19h: Kambodscha – Mikrokredite, Überschuldung und Landraub

Einst galten sie als Wunderwaffe im Kampf gegen die Armut: Mikrokredite. 150 Milliarden US-Dollar sind heute weltweit im Umlauf. Von Armutsbekämpfung redet mittlerweile kaum noch jemand, wohl aber von „finanzieller Inklusion“. Kambodscha ist das neue Eldorado der Mikrofinanz. Mehr als hundert Banken, Mikrofinanzinstitute (MFI) und ihre Agenten versuchen, so viele Kreditverträge wie möglich unter die 16 Millionen Einwohner zu bringen. Der Markt ist längst gesättigt, viele Kreditnehmer*innen überschuldet. Das verliehene Geld ist teuer: 18 Prozent Zinsen plus Gebühren. Eine gesetzliche Pfändungsgrenze wie hierzulande gibt es nicht. Menschenrechtsorganisationen erheben schwere Vorwürfe: Können Schuldner*innen ihre Raten nicht zahlen, gehen ihre Kinder arbeiten statt zur Schule, es gibt kaum noch zu essen oder das Ackerland wird verkauft. In der Veranstaltung werden die MFI problematisiert, die sich unter anderem mit Entwicklungshilfegeldern und mit verzinsten Krediten sogenannter ethischer Investoren aus Deutschland finanzieren.

Referent: Gerhard Klas.

Unterstützt von KEB und KHG Koblenz.