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Sozialforum im Januar 2018: Die Verfolgung „Asozialer und Arbeitsloser“ im Nationalsozialismus

Das erste Sozialforum 2018 wird am 16. Januar von der Sozialinitiative Koblenz und der LAG Hartz IV zu folgendem Thema veranstaltet:

Der Schwarze Winkel – Die Verfolgung „Asozialer und Arbeitsloser“ im Nationalsozialismus

In Deutschland sind die ehemaligen Häftlinge mit dem schwarzen und dem grünen Winkel bis heute nicht als Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes anerkannt, da sie nicht aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen verfolgt worden seien.
Bis heute ist Nicht-Erwerbstätigkeit das Ausgrenzungskriterium, Arbeitslosigkeit wird im Alltagsleben bewusst oder unbewusst – in öffentlichen Debatten aber durchaus auch explizit – mit „Schmarotzertum“ und „Faulheit“ verbunden. Immer noch dienen das Stigma „Asozialität“ und die heute damit verbundenen Begrifflichkeiten dazu, dem/der  Einzelnen die Schuld für seine/ihre soziale Lage in die Schuhe zu schieben und zugleich ganze Bevölkerungsgruppen auszugrenzen. Nach wie vor werden von Armut Betroffene bekämpft und nicht die Ursachen von Armut, und dafür sind Stigmata wie das des „Sozialschmarotzers“, der „Asozialen“ oder des „Arbeitsscheuen“ – nach wie vor – machtvolle Instrumente.
Das Thema Schwarzer Winkel – asozial und arbeitsscheu – wirkt bis in die heutige Zeit , das Stigma der NS-Zeit hat nicht nur in die Gesellschaft, sondern auch im politischen Sprachgebrauch bis hin zu den sogenannten Hartz IV Gesetzen, Stichwort „sozialwidriges Verhalten“, Einzug gehalten. Um so wichtiger ist es, dass diese „vergessenen Verfolgten“ des NS-Regimes, wieder Gehör finden.

Manuela Holz (Landessprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Hartz IV, Rheinland-Pfalz)